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Atemschutz

In unserer modernen Welt haben sich verschieden-artige Stoffe, wie z. B. Kunststoffe, Textilien, aber auch Lacke und Reinigungsmittel etabliert und sind aus unseren Wohnungen und Arbeitsstätten nicht mehr wegzudenken. Haben sie doch einiges für uns Menschen erleichtert und angenehmer gemacht.

Jedoch bei einem Brand entwickeln genau diese Stoffe erhebliche Gase und Dämpfe die dann dem Menschen plötzlich zur Gefahr werden. Aus diesem Grund können sich bei einem Brand in einer normalen Wohnung erhebliche Schadstoffe, wie z. B. Kohlenmonoxid, Blausäure, Salzsäure und vieles mehr in den Brandgasen (Rauch) befinden.

Da aber eine schnelle und gezielte Brandbekämpfung im Gebäude erheblich zur Schadensminimierung beiträgt und die Feuerwehr auch zur Menschen- und Tierrettung ins Gebäude muss, ist es auch notwenig, die Feuerwehrkräfte vor genau diesen Brandgasen zu schützen.

ABC - Schutz

m Zuständigkeitsbereich unserer Stadtfeuerwehr befindet sich ein städt. Hallenbad, ein städt. Freibad und eine Kunsteisbahn in denen mit Chlor und Ammoniak hantiert wird. Ebenso führen durch unser Gebiet zwei Bundesstraßen (B12 und B299), auf denen die unterschiedlichsten Chemikalien aus oder zum Chemiedreieck transportiert werden und nicht zu vergessen der zentrale Knotenbahnhof Mühldorf, wo große Mengen Chemikalien über das Schienennetz der Südostbayernbahn transportiert werden.

Dies bedeutet auch für die Feuerwehr sich auf evtl. Schadensfälle in diesen Bereichen vorzubereiten. Aus diesem Grund wurde bereits 1990 der Fachbereich Chemieschutz ins Leben gerufen.

Dieser schult unsere Männer und Frauen im Umgang mit speziellen Nachschlagewerken (Bücher mit Informationen für den Feuerwehreinsatz bei Freiwerden gefährlicher Stoffe), den Umgang mit unserem Notebook mit Gefahrgutdatenbank ebenso, wie den richtigen Umgang mit Auffangbehältern, Abdichtmaterial und funkenfreiem Werkzeug.

Auch das Erlernen und ständige Üben mit speziellen Schutzanzügen und der Umgang mit Messgeräten gehört zum Programm dieser Truppe.

Die Mitglieder dieser Truppe müssen über eine abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung, eine gültige arbeitsmedizinische Untersuchung G26 verfügen, Atemschutzgeräteträger sein und Schulungen für das Tragen von Chemiekalischutzanzügen sowie die Anwendung von Messgeräten erlernen.

Diese Ausbildungen finden in unserer Wehr, bei Werkfeuerwehren (Höchst u. Wacker in Burghausen) und in den staatlichen Feuerwehrschulen Bayerns statt.

Auch Messkurse bei der Firma Dräger gehören zur Weiterbildung.

Zur speziellen Ausrüstung Chemieschutz gehören:

* 2 Gasspürkoffer mit jeweils 15 versch. Prüfröhrchen
und Handpumpen;

* 2 Ex – Warngeräten;

* 6 Chemiekalischutzanzüge (Auer Vautex Super);

* 4 Hitzeschutzanzüge;

* 1 Umweltschutzanhänger mir diversen Auffangbehältern,
Abdichtmaterialien, Stromerzeuger, Umfüllpumpen
und Werkzeug;

Nachschlagewerke, Fachliteratur:

* Gefahrgutschlüssel Kühn/Birrett

* 1 Satz Hommel

* Notebook mit Gefahrgutdatenbank
und Einsatzleitrechner mit Chemies (Gefahrgutprogramm)

Unsere Wehr ist damit für den schnellen Erstzugriff bestens gerüstet. Damit kann im Schadensfall schnell und effizient reagiert werden und die Einsatzstelle schnell abgesperrt, austretende Flüssigkeiten aufgefangen, Leckagen abgedichtet und evtl. Schadstoffe gemessen werden.

Die Ausrüstung und Ausbildung unserer Wehr konzentriert sich dabei überwiegend auf den schnellen Zugriff und Minimierung des Stoffaustritts ebenso wie die schnelle Messung und feststellen des Umfangs der Schadensstelle (evtl. Warnung der Bevölkerung). Dabei sind wir von Beginn des Einsatzes mit der Leitstelle der Werkfeuerwehren in Burghausen in Verbindung und sprechen so manche Einsatzmaßnahme mit Fachleuten ab.

Bei weitergehenden Einsatzmaßnahmen wie Umfüllen oder Umpumpen greifen wir auf den ABC Zug der Feuerwehr Waldkraiburg und die Werkfeuerwehren Höchst und Wacker in Burghausen zurück.

Ebenso werden unter Umständen Fachberater der Chemiewerke in Burghausen angefordert und unterstützen so unsere Einsatzleitung.

Diese Kooperation und Zusammenarbeit verschiedener Stellen hat sich bereits bestens bewährt. So können wir auf Fachkräfte der Chemie zurückgreifen, die täglich mit diesen Stoffen arbeiten. Außerdem konnte so der Aufwand an Ausrüstung auf das nötigste beschränkt werden und die Kosten in diesem Bereich so gering wie möglich gehalten werden.

Vorbeugender Brandschutz

Eine der wichtigsten Aufgaben der Feuerwehr ist der vorbeugende Brandschutz. Hier werden besondere Objekte wie z. B. das Krankenhaus, Altenheime, Schulen und Kindergärten aber auch Firmen wie z. B. ODU, Fliegl oder Walzmühle besichtigt und mit den örtlich Verantwortlichen Brandschutzmaßnahmen durchgesprochen. Bei der Besichtigung wird die Feuerwehr aber auch über Änderungen von Nutzung, Umbauten oder örtliche Besonderheiten informiert.

Die Feuerwehr kann dadurch ihre Einsatz- und Objektpläne auf einem aktuellen Stand halten und lernt dadurch die Firmen und Objekte sowie die Ansprechpartner besser kennen und auch die Firmen können so einen engeren Kontakt mit den Feuerwehren erlangen. Dies erleichtert besonders im Ernstfall die Zusammenarbeit und macht eine Optimierung der Gefahrenabwehr möglich.

Ebenso werden dabei bereits im Vorfeld und bei den Planungen von Gebäuden, Veranstaltungen und sonstigen besonderen Ereignissen die Sicherheitsaspekte der Feuerwehr mit eingebracht. Somit kann bereits im Vorfeld das Machbare an Sicherheit mit eingeplant und umgesetzt werden.

In gewissen Abständen finden Begehungen in allen Firmen, städtischen Gebäuden und Sondergebäuden wie Kreiskrankenhaus, Schulen und Altenheime sowie Gaststätten statt.

Wasserrettung

er Inn, Innwerkkanal und zahlreiche umliegende Gewässer fordern uns immer wieder. Natürlich meist in Zusammenarbeit mit der Wasserwacht und THW. Aus diesem Grund üben wir sehr regelmäßig das Einsetzten und die Verwendung der Boote, was aber unseren Kameraden sehr viel Spaß macht; viele von ihnen sind wahre "Wasserratten" und lassen keine Übung aus.

Das Mehrzweck-Boot "Karin" verfügt über ein 3D-Echolot-System. Ein "Kombiretter", 2 Wasserrettungsanzüge, 4 Neoprenanzüge und 4 Wildwasserwesten erleichtern zudem die Eis- und Wasserrettung.

Maschinisten

Maschinist" ist ein nicht unwichtiger Aufgabensektor in der Feuerwehr. Ohne sie kämen die Einsatzkräfte und die Großfahrzeuge gar nicht erst zum Einsatzort.

Grundsätzlich bezeichnet man als "Maschinist" Fahrer von Großfahrzeugen oder zumindest Kameraden, welche Pumpen bzw. Agregate bedienen. Jeder Maschinist hat einen entsprechenden Lehrgang an der staatlichen Feuerwehrschule oder auf Kreisebene zu absolvieren. Für Drehleitern bedarf es einer separaten Ausbildung, da deren Bedienung zu komplex ist und eine genaueste Einweisung und Unterrichtung erfordert.

Ölwehr & Umweltschutz

Der Fachbereich Ölwehr wurde in unserer Feuerwehr in den 80er Jahren geschaffen und nimmt heute eine zentrale Rolle im Umweltschutz ein.Die stetig steigende Zahl an außergewöhnlichen Ereignissen und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen stellen auch die Feuerwehren immer wieder vor neue Herausforderungen

Schon längst geht es dabei nicht nur mehr um vollgelaufene Keller, sondern auch die Heizöltanks in den Kellern stellen dabei zunehmend ein Problem dar.

Laufen die Keller bei Überschwemmungen voll, werden dabei die Heizöltanks hoch-gedrückt und dabei gekippt. So kommt es in Überschwemmungsgebieten mittlerweile zu sehr großen Umweltkatastrophen durch auslaufendes Heizöl. Die Folgeschäden für die Eigentümer der Grundstücke und der Natur stellen dabei neben der eigentlichen Überschwemmung eine weitere und längerfristige Katastrophe dar.

Sie können sich sicherlich vorstellen, wie ein Gebäude aussieht wenn nicht nur Wasser sondern auch 1.000 Liter Heizöl aus einem Tank in einer Rotbraunen Brühe durch ein Wohnhaus läuft.

Eisenbahn

Mühldorf a. Inn ist Knotenpunkt der Deutschen Bahn AG und deren Tochter SüdostBayernBahn in Südbayern. Hier verbinden sich die Strecken zwischen München, Passau, Landshut, Salzburg, Freilassing und Rosenheim.

Auch ist der Güterbahnhof in Mühldorf zentraler Umschlagplatz aus und ins bayerische Chemiedreieck.

Dies alles sind mehr als nur Gründe, den Bahnhof und das Streckennetz der SüdostBayernBahn Mühldorf gesondert zu behandeln und spezifische Alarmpläne bereit zu halten. Überdies wurde dieser Fachbereich gegründet, in dem sich Kameradinnen und Kameraden vorwiegend mit dem Thema Eisenbahnrettung beschäftigen.

Bei der Feuerwehr Mühldorf ist auch der Eisenbahnrettungssatz des Landkreises Mühldorf, bestehend aus 2 Schienentransportkarren, 2 Rettungsgerüsten, zahlreichen Transportwannen und -tragen sowie Sicherungsmaterial für Schienenfahrzeuge, vorhanden.
Außerdem verfügen wir über vier hydraulische Heber (63 Tonnen Hubkraft) in zwei Größen sowie
Abstütz – und Unterbaumaterial zum Heben von Schienenfahrzeugen bei einem Unfall. Diese Geräte werden hauptsächlich bei Bahnübergangsunfällen eingesetzt.

Ebenso sind wir für den Ersteinsatz im Bereich der Chemie ausgerüstet und geschult. Hier wird ebenfalls eng mit den Kollegen aus Waldkraiburg sowie der Werkfeuerwehr Gendorf zusammengearbeitet.

Seit 2005 finden regelmäßig Aus - und Fortbildungen bei der SüdostBayernBahn in Mühldorf statt, bei der wir zusammen mit dem THW in die Besonderheiten des Eisenbahnverkehrs eingewiesen und ständig geschult werden.

Bei Aus -und Fortbildung wird sehr eng mit den Mitarbeitern der SüdostBayernBahn zusammengearbeitet und so erhalten unsere Einsatzkräfte sehr gutes und genaues Wissen für den Bereich Eisenbahn aus erster und bestens qualifizierter Hand.

Sanitätsdienst

Während früher die medizinische Ausrüstung ausschließlich aus den bekannten DIN-Verbandskoffern der Feuerwehrfahrzeuge bestand, der medizinische Ausbildungsstand in etwa den "Sofortmaßnahmen am Unfallort" anzusiedeln war, wurde in den letzten Jahren die medizinische Ausbildung und auch Ausrüstung zum Wohle der Bürger, aber auch zum Schutze der Mühldorfer Feuerwehrkameraden erheblich verbessert.

PSNV (PsychoSozialeNotfallVersorgung)

Belastende Ereignisse können uns zu jeder Zeit treffen. Plötzlich ist manches anders!
Bei allen Einsätzen wird selbstverständlich Erlerntes und Eingeübtes kompetent angewandt, doch keine Einsatzkraft kann voraussagen, wann nach einem belastenden Einsatz eine Erste Hilfe für die Seele sinnvoll ist.

Bei belastenden Einsätzen stehen unseren Einsatzkräften im Bedarfsfall speziell ausgebildete und ernannte psychosoziale Fachkräfte und Seelsorger und psychologisch geschulte Kräfte der Feuerwehr (Peers) zur Verfügung.

Belastende Einsätze sind z.B.:

Ereignisse mit:

    • mehreren Verletzten oder Toten
    • Verletzung oder Tod eines Kameraden/einer Kameradin bzw. eines Kollegen/einer Kollegin
    • bei eigener körperlicher Verletzung
    • Leid, Verletzung oder Tod von Kindern.
    • eigenes Erleben von Todesangst
    • großes Medieninteresse
    • lang andauernde Einsätze (z. B. größerem Hochwasser)
    • erlebte Hilflosigkeit …

 

Solche Ereignisse können bei der Einsatzkraft zu körperlichen und seelischen Reaktionen führen.

Akute Belastungen zeigen sich z.B. durch:

  • anhaltende körperliche Symptome (wie Herzklopfen, Zittern, oder Schwitzen)
  • permanente Anspannung (wie reizbar oder schreckhaft sein; Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen)
  • „neben sich stehen“ (Teilnahms- und Interessenslosigkeit; sich wie in einem Film oder Traum fühlen)
  • Erinnerungslücken bezüglich des Einsatzes
  • „wiedererleben“ des Einsatzes (wie Geräusche, Bilder, Gerüche)
  • alles meiden, was an den Einsatz erinnert
  • dauernde Niedergeschlagenheit oder extreme Stimmungsschwankungen, z. B. von Himmel hoch Jauchzen bis zu Tode betrübt

Wie können Einsatzkräfte vorbeugen:

Feuerwehrangehörige zeigen im Einsatz nicht nur feuerwehrtechnische Kompetenz, sondern sollen befähigt werden mit physischen und psychischen Beanspruchungen angemessen umzugehen.

Dazu sind primäre, sekundäre und evtl. tertiäre Prävention notwendig.

  • Primäre Prävention:
    Vollzieht sich vor allem durch Schulung der Jugendfeuerwehr, während der Truppmann-Ausbildung und Fortbildung der aktiven Wehr.
    Ebenso wird in der kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung der Einsatzkräfte präventiv vorgesorgt.
  • Sekundäre Prävention:
    geschieht durch Begleitung der Einsatzkräfte während und nach dem Einsatz.
    Bei Bedarf Angebot einer strukturierten Einsatznachsorge (Einzel- und
    Gruppeninterventionen).
  • Tertiären Prävention:
    Eventuell Vermittlung weiterführender Hilfe (z.B. Psychotherapeuten, Trauma-Ambulanz)

Hauptziel der PSNV in unserer Feuerwehr

Durch die vielfältigen Präventions-Maßnahmen wollen wir die psychische Entlastung und den Erhalt der Gesundheit unserer Feuerwehrkräfte erreichen.

Nach einem Einsatz wird in unserer Wehr nicht nur die Gerätschaft in Stand gesetzt, sondern auch unsere Feuerwehrmitglieder sollen nach einem belastenden Einsatz soweit möglich keine körperlich wie psychischen Folgen erleiden.

Wir Fachberater PSNV-E / Seelsorge leisten unseren Beitrag, damit unsere Feuerwehrkräfte dauerhaft und mit Freude ihren Dienst in unserer Feuerwehr verrichten können, ihre Arbeitskraft beibehalten und keine Beeinträchtigungen für das Privatleben erleiden.

Auch anderen Wehren stehen wir mit unserem Angebot, sowie mit Rat und Tat zur Verfügung.

Daneben sind wir Gesprächspartner für alle Glaubensfragen und in verschiedensten Lebenssituationen.

Für die Organisation und Durchführung von Andachten und Gottesdiensten sind wir für die Feuerwehrkameraden samt Familien vertrauensvolle Ansprechpartner.

Tierrettung

Die Feuerwehr wird immer wieder zu Rettungsaktionen von Tieren gerufen. Die berühmte Katze auf dem Baum ist dabei nur eine Einsatzart von vielen. Durch das ländliche Umland werden wir immer wieder zur Unterstützung gerufen, wenn sich Kühe oder Pferde in misslicher Lage befinden. So kommt es immer wieder vor, dass Tiere in Gruben oder Schächten einbrechen und dann mittels der Drehleiter oder Greifzug herausgehoben werden müssen.

Aber auch in der Stadt selbst versteigen sich oft Katzen und rutschen in Dachrinnen oder verlieren plötzlich den Mut. Auch dann rufen besorgte Halter oder Tierfreunde die Feuerwehr zu Hilfe.

Schwäne waren auch schon "unsere Kunden".

In sehr kalten Wintern wurden auch schon festgefrorene Schwäne am Innufer gerettet. Wobei hier so mancher Feuerwehrmann bereits die sonst so possierlichen und netten Schwäne von einer völlig anderen Seite erlebt hat ...

Exoten

Die Haltung von exotischen Tieren stellt auch uns in Mühldorf ab und zu auf die Probe, da hier immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern die Feuerwehr gerufen wird, wenn eine Schlange im Haus oder Garten "ihr Unwesen" treibt.

Zwar stellt sich oft heraus, dass die als vermeintlich gefährlich eingestufte Schlange, doch eine harmlose Blindschleiche oder Ringelnatter ist. Bei der einheimischen Kreuzotter oder bei tropischen Giftschlangen und Phytons hat der Spaß dann doch ein Ende.

Dann muss das Tier gefangen und bei nicht einheimischen Exemplaren diese zu Tierheimen oder Experten gebracht werden. Die einheimischen Arten, wie z. B. die Kreuzotter, werden anschließend wieder etwas entfernt von Siedlungen in die Freiheit entlassen. Denn trotz unserer Angst erfüllen diese Tiere einen wichtigen Auftrag im natürlichen Lebensraum und wenn man sie in Ruhe lässt, stellen sie auch keine große Gefahr dar.

"Fliegen können wir leider noch nicht ..."

Bei entkommenen exotischen Vögeln, wie z. B. Wellensittich oder Papageien ist allerdings die Erfolgsaussicht der Feuerwehr leider sehr beschränkt. Zur Belustigung aller Zuschauer ist es schon oft vorgekommen, dass die Tiere meist sehr aufmerksam, von "sicherer Entfernung" natürlich, das Aufstellen der Drehleiter, die Positionierung unserer Einsatzkräfte und die Fangaktion an sich beobachten. Hier bleibt oft nur das Aufstellen ihres geöffneten Käfigs mit ausreichend Futter darin und anschließendem Hoffen übrig ...

Sie sehen also, dass auch hier die Feuerwehr bemüht ist zu helfen, jedoch bedarf es auch einiger, wichtiger Kenntnisse und vor allem auch fundierter Ausbildung und Ausrüstung.

Deshalb wurde in Mühldorf der Fachbereich Tierrettung gebildet, um auch hier unsere Mannschaft entsprechend aus- und weiterzubilden.

Einsatzzentrale

Am 14.01.2010 wurde die ILS (integrierte Leitstelle) in Traunstein eingeführt. Die ILS übernahm für die Landkreise AÖ, BGL, MÜ und TS die Einsatzalarmierung sowie die Disposition der Feuerwehren. Seit dem hat sich einiges für die Feuerwehren in den Landkreisen verändert.

Die Alarmierung der Feuerwehren durch die Polizei sowie die nachalarmierenden Stellen der Landkreise wurden abgeschafft. Jeder Landkreis wird nur noch eine sogenannte Kreiseinsatzzentrale(KEZ) betreiben. Die KEZ ist für die Unterstützung der ILS zuständig. Diese wird bei besonderen Schadenfällen alarmiert und übernimmt für diesen Schadenfall die Disposition der dort eingesetzten Feuerwehren. Sollten mehr Feuerwehrkräfte von Nöten sein, können diese über die ILS nachalarmiert werden. Die Planung für die KEZ im Lkr. Mühldorf ist in vollem Gange. Voraussichtlich wird die KEZ bei der FF Waldkraiburg untergebracht, da dort die räumlichen Voraussetzungen am besten sind. Über die KEZ wird weiter berichtet, wenn diese den Betrieb aufgenommen hat und man Einzelheiten bekanntgeben kann.

Die Einsatzzentrale(EZ) unserer Wehr wird aber nicht wegfallen. Künftig wird auch weiterhin dort unsere interne, einsatztaktische Koordination stattfinden. Unter anderem mit dem Dispositionsprogramm ELS-Pro. Mit dem Programm kann der eigene Fuhrpark sowie andere an diesem Einsatz beteiligte Einheiten koordiniert werden. Ein weiter wichtiges Programm ist das webKonrad des DWD. Mit diesem Wetterdienst sind wir in der Lage stets aktuell die Wettersituation abzurufen, was taktisch enorme Wichtigkeit hat. Dies zeigte sich beispielsweise deutlich während des Orkans "Kyril" im Januar 2007. Bei solchen »Großlagen« bewährte sich die damalige NaSt (jetzt EZ) immer wieder und unterstreicht deren Einsatzwert. Am Beispiel »Kyril«: Allein in dieser Nacht waren die Kameraden der EZ bis zu 18 Stunden im Einsatz. Für die EZ wird derzeit ein neues schlagkräftiges Team aus 7 freiwilligen der Feuerwehr Mühldorf zusammengestellt.

Die Fachgruppe Einsatzzentrale ist Koordinator, Ansprechpartner und Informationsstelle und bildet so unter anderem ein Bindeglied zwischen Führung und Einsatzkräfte. Nicht selten sind es die Fachleute der EZ, die als Letzte nach Hause gehen.

Absturzsicherung

Im Laufe der Zeit erkannte man auch in der Feuerwehr, wie gefährlich das Anleinen mittels Feuerwehr-Sicherheitsgurt und Rettungsleine ist. Durch das statische Seil und dem Sicherheitsgurt kann es zu tödlichen Verletzungen kommen. So wurden die erprobten Systeme aus dem Bergsport und aus der Arbeitssicherheit in den letzten Jahren auch bei der Feuerwehr eingeführt.

Auch wir haben seit einigen Jahren einen Absturzsicherungssatz. Mit der Beschaffung unseres neuen Rüstwagens haben wir den Bestand an Absturzsicherungssätzen erhöht. So besitzen wir zur Zeit drei Petzl Absturzsicherungssätze und einen Rollgliss –Satz.

Die Absturzsicherungssätze bestehen aus einem Brust- und Sitzgurt, mehreren Bandschlaufen endlos vernäht mit Karabinern, einem Bandfalldämpfer, einem leichten Helm für die Höhenrettung mit Helmlampe, einem HMS – Karabiner, mehreren Paar Arbeitshandschuhen, einem Kantenschutz, einem Rettungsdreieck, dem dynamischen Kernmantelseil mit 60 m Länge und einem Transportsack.

Untergebracht sind bei uns die Absturzsicherungen in der DL 30 und im Rüstwagen.

Derzeit sind 15 Feuerwehrdienstleistende in der Absturzsicherung ausgebildet. Darunter sind drei Ausbilder. Ziel unserer Ausbildung ist, dass unsere Mannschaft bei jeder Arbeit in gefährlicher Höhe ideal gesichert ist und so keine Unfälle passieren können. Es ist allerdings regelmäßige Übung notwendig, um diese Gerätschaften auch sicher bedienen zu können. Deswegen üben wir mehrmals im Jahr mit der kompletten Mannschaft.

Wir haben die Absturzsicherungssätze bereits mehrmals bei Einsätzen benötigt. So sind bei Sturm-Einsätzen oft Arbeiten an Dächern zu erledigen, bei denen wir unsere Mannschaft damit sichern. Auch bei den großen Schneemengen 2005 wurden mit dem Absturzsicherungssatz gesicherte Kräfte eingesetzt, um Flachdächer von der Schneelast zu befreien.